Einige allgemeine Fakten zum Ort
  • erstmalige Nennung des Ortes Grünewalde 1418 unter dem Namen Grunenwald
  • Erwähnung in einer Lehnsurkunde des Kurfürsten Friedrich des IV. von Sachsen
  • ursprünglicher Dorfkern war ein Anger - der heutige Lindenplatz
  • leichte Sandböden und moorige Wiesen sorgten für kümmerliche Erträge der Bauern
  • viele Seen und Teiche garantierten Fischreichtum, dieser bot eine Abwechslung in der Ernährung
  • entscheidende Veränderungen in der landwirtschaftlichen Struktur ergaben sich mit dem Finden von Kohlevorkommen in der Region Mückenberg (1802)
  • durch deren Gewinnung und Verarbeitung veränderten sich die Strukturen: Arbeitskräftewechsel von der Landwirtschaft zur Kohleindustrie
  • nach der Wiedervereinigung Deutschlands ergaben sich beste Chancen für die Region Grünewalde ein touristisches Zentrum in der Niederlausitz zu werden
Urkundliche Ersterwähnung von Grünewalde (Grunenwalde) Kurfürst Friedrich der IV. von Sachsen belehnt den Feudalherren Hans von Pohlenz mit dem Schloss und Dorf Mückenberg und den Dörfern: Naundorf, Bockwitz, Lubitz, Grünewalde, Schipkau und Särchen. Originalurkunde befindet sich im Staatsarchiv Dresden.

1467 ging der Besitz an die Gebrüder Köck(e)ritz über; alle weiteren Urkunden registrierten den Besitzstand, ohne umfassend darüber Auskunft zu geben, wie sich der Ort räumlich und baulich veränderte.

1570 Landgraf Wolff Dietrich von Schleinitz wird durch den Kurfürsten August von Sachsen mit einer neuen Mühle, der “Welke” belehnt.

1716 wurde das Rittergut Mückenberg, zu dem 6 Dörfer gehörten, an den sächsischen Oberhofmarschall Freiherr von Löwendal verkauft, der es zwei Jahre später an seine Gemahlin Benedikta Margaretha von Löwendal zu erblichen Eigentum übertrug. Bei dem Bemühen den Holzreichtum der Wälder zu nutzen, stieß man auf Raseneisenstein. Es entstand ein Eisenhammer mit Hochofen.(1725 -Gründung von Lauchhammer)

1729 wurde als 4. Stabhütte der Grünewalder Hammer in Betrieb genommen. Es wurden Produkte hergestellt, die als Baumaterial Verwendung fanden. (Stab-und Zugeisen, Schienen, Wagenreifen und Pflüge) Später wurde aus der Hammermühle eine Tuchwalkerei. Der Name “Walke” hat sich bis in die Gegenwart erhalten. Erst am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde auf Mückenberger Gebiet Kohle gefunden und- mit Torf vermischt- zu Heizzwecken verwendet. Bis in die 90er Jahre waren Torf und Holzkohle Grundlage des Hüttenbetriebes. Viele Familien fanden in der Köhlerei und im Torfstechen ihr Auskommen.

1731 wurde am Fuße des Sorgenberges der ehemalige Besitzer der Heidemühle öffentlich verbrannt. Es liegt die Vermutung nahe, dass durch den Niedergang der alten Siedlungen Langendorf und Werchow und des Vorwerkes Sorge durch die Pest im 30jährigen Krieg die Mahlkunden knapp geworden sind und der Heidemüller der Wilddieberei verfiel, die er durch Brandstiftung zu vertuschen versuchte.

ca.1698 bis 1749 amtierte der erste Lehrer (Johann Friedrich Jahn) in Grünewalde. Er unterrichtete etwa 20 Kinder.

1801 gab es einen Großbrand in Grünewalde. Es verbrannten eine Frau, ein Kind, vier Pferde und achtzig Rinder. Zum Gedenken daran, wurde später in der Schule am 24. April eine “Brandpredigt” gehalten.

1809 mit dem Amtsantritt des Lehrers Royk baute die Gemeinde ein kleines Schulhaus, dass 1846 verkauft wurde.( andere Quellen berichten, dass Grünewalde 1779 das erste Schulhaus bekam).

1837 brannte es erneut. Mit einem Großteil des Dorfes ging auch das Gemeindearchiv verloren.

1865 wurde der Friedhof in Grünewalde eingeweiht.

Einwohnerzahlen:
1859 580 Einwohner in 64 Wohnhäuser
1880 649 Einwohner in 95 Wohnhäuser (86 Höfe)
1910 1175 Einwohner
1919 1206 Einwohner
1925 1611 Einwohner
1932 1914 Einwohner


1914 wurde die neue Schule eingeweiht. Sie steht auf der Stelle, wo früher ein kleiner Teich, die “ Kallsche ” war.

1919/20 entstand die Werksiedlung im heutigen Mühlenweg (13 Doppelhäuser mit 26 Wohnungen, 1 Ledigenheim für 40 Personen).

1921
ist die Glückauf- Siedlung als Bergmannssiedlung mit 40 Wohnungen in Doppel- und Vierfamilienhäusern gebaut worden.

1934 erfolgte die Weihe der Kirche in Grünewalde

1945 am 22. April zogen die ersten sowjetischen Soldaten durch unseren Ort.

1977 wurde der Tagesstrand im “ Grünewalder Lauch” als Erholungsgebiet freigegeben.

1993
Zusammenschluss von Grünewalde und Lauchhammer zu einer Kommune. Gründung des Heimatvereines Grünewalde e.V., der sich zur Aufgabe gemacht hat, dörfliche Traditionen zu erforschen und zu beleben.

1996
wurde das Mühlenhofmuseum eingeweiht. Im Kreiswettbewerb “ Unser Dorf soll schöner werden” belegte der Ortsteil Grünewalde den 3. Platz. Am 17. November wurde auf dem Friedhof ein Gedenkstein für die Opfer von Krieg und Gewalt eingeweiht.

1997 Am 16. Mai wurde der völlig neu gestaltete Lindenplatz und der sanierte Dorfteich mit dem Röhrentrog übergeben. 20 jähriges Bestehen des Naherholungsgebietes "Grünewalder Lauch". Am 4. Oktober Eröffnung der Heimatstube.

1998 Am 11. Mai erhielt die Grundschule den Titel "Europaschule", verliehen von der Bildungsministerin Angelika Peter. Am 1. August wurde ein Ortbeirat gegründet.

1999 Grünewalde wird Naturparkgemeinde
Beim Wettbewerb "Schönstes Dorf" wurde der 3.Platz belegt.